April

Stolpersteine

Die australische Künstlerin Su Goldfish, die schon vor zwei Jahren Gast im Künstlerhaus Schloß Balmoral war, kam für ein neues Projekt zurück nach Bad Ems: sie erstellt gerade einen Dokumentarfilm, für den sie auch die Stolperstein-Aktion am 5. April 2011 aufnahm. Zur Erinnerung an ihre jüdischen Großeltern verlegte der Künstler Gunter Demnig vor dem Haus Lahnstraße 22 zwei Stolpersteine. 1936 hatten Eugen und Lina Goldfisch Bad Ems verlassen, 1942 wurden sie ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo sie beide verstarben. Die Geschichte ihrer Vorfahren hat die Künstlerin bereits in einer Ausgabe der Bad Emser Hefte aufgearbeitet. Das Heft Nr. 310 mit dem Titel „The schooldays of Freddy Karpf" liegt auch in deutscher Übersetzung vor: „Die Schulzeit von Freddy Karpf", Nr. 315.1 und 2. Alle Hefte sind über das Stadtmuseum zu beziehen.

Die beiden Stolpersteine werden im Bürgersteig eingelassen. / Su Goldfish mit den Fotos ihrer Großeltern Eugen und Lina, links neben ihr steht Stadtbürgermeister Berny Abt. Fotos: Rainer Hoffmann.



Girls Day

Anlässlich des Girls Day am 14. April 2011 bot die Künstlerin Sigune Hamann (Stipendiatin 2007) im Künstlerhaus Schloß Balmoral den Workshop Winken/Grüßen/Zeichengeben - Wann, wo und warum winken wir? an. Die teilnehmenden Mädchen und Jungen untersuchten mit der Künstlerin, wie wir uns anderen zu erkennen geben, Kontakt aufnehmen, begrüßen und uns verabschieden. Folgende Aussage bildete dabei den Ausgangspunkt: Man sagt, es wird nicht mehr so viel gewunken wie früher, Frauen winken mehr als Männer, zumindest in Filmen, Kinder winken von der Autobahnbrücke, man winkt mehr auf dem Land als in der Stadt, Papst und Politiker heben als Gruß an die Menge eine Hand, die Queen winkt ohne viel Bewegung, Japaner winken mit zwei Händen und coole Typen in Filmen heben nur einen Finger oder eine Augenbraue. Verhaltensmuster wurden hinterfragt und deren mögliche biologische oder kulturelle Motivationen diskutiert. Sigune Hamann versucht, in Videos und Fotografien einen direkten Kontakt mit dem Betrachter aufzubauen. Die Geste des Winkens interessiert die Künstlerin als positive und international verständliche Geste der Kontaktaufnahme.

Winken/Grüßen/Zeichengeben. Fotos: Sigune Hamann.



Stanislaw Mucha kooperiert mit Arte

Stanislaw Mucha trat sein Stipendium nicht an und – so komisch dies klingen mag – darüber freuen wir uns mit ihm! Mucha sagte sein Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Schloß Balmoral ab, weil er eingeladen wurde, einen Dokumentarfilm für Arte zu machen. Da er den Film in den nächsten Monaten realisieren muss, kann er nun nicht nach Bad Ems kommen. Mucha wurde 1970 in Nowy Targ, Polen geboren. Von 1989-92 studierte er Schauspiel an der Staatlichen Theaterhochschule „Ludwik Solski“ in Krakau und von 1995-99 Film- und Fernsehregie an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Bekannt wurde er mit dem Dokumentarfilm Absolut Warhola aus dem Jahr 2001, der 2003 auch im Künstlerhaus gezeigt wurde. Georg Seeßlen schreibt über den Regisseur: „Stanislaw Mucha hat für das Kino eine besondere, wundersame Art des Reisens entwickelt.“ Mucha lebt und arbeitet in Berlin.


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