Oktober

Stipendiatenausstellung 2010

Freitag, 1. Oktober 2010, 19.30 Uhr
Eröffnung der Ausstellung der Stipendiaten 2010


Die Ausstellung Es war einmal ein Papagei, der war beim Schöpfungsakt dabei [286 KB] ist bis zum 10. Oktober 2010, Samstag und Sonntag von 14-18 Uhr sowie nach Vereinbarung, zu sehen. Die Stipendiatinnen Verónica Aguilera Carrasco, Sabine Boehl, Heike Bollig, Susanne Bürner, Nicky Coutts, Zhu Hong, Sara Rajaei, Johanna Reich und Kuratoren-Stipendiatin Doreen Mende beenden mit dieser Abschlussausstellung ihren Aufenthalt im Künstlerhaus Schloß Balmoral.

Motiv der Einladungskarte. Foto: © Verónica Aguilera (2010)

Am Eröffnungsabend wurde die Fassade vom Künstlerhaus erstmals mit einer Zwei-Kanal-Projektion versehen. Nicky Coutts bespielte das Gebäude mit der Videoarbeit Forest (2010), die sie aus dem Material bereits existierender, im Wald spielender Filme zusammenstellte.

Nicky Coutts: Forest (2010). Foto: © Liz Murray

Vortrasreihe Mensch - Maschine

Dienstag, 5. Oktober 2010, 19.30 Uhr
Vortrag von Prof. Dr. Christoph Hubig, TU Darmstadt, Fachgebiet Philosophie der
wissenschaftlich-technischen Kultur, Institut für Philosophie
Der Technomorphismus der Technikphilosophie und seine Alternativen in der Kunst

Insbesondere die klassische, anthropologisch und evolutionistisch verfasste Technikphilosophie modelliert den Menschen als technisches Problem, welches zu seiner Lösung der Technik bedarf. Diese Problemsicht nenne ich „technomorph“. Sie sieht das Verhältnis des Menschen zur Technik rein funktional und verkennt den „Geist der Technik“ (Max Eyth, Ernst Cassirer, Martin Heidegger u.a.): Technik als Medium (wie die Sprache) verschafft uns „Bilder des Möglichen“, stellt uns Optionen der Entwicklung unserer Welt- und Selbstbezüge vor. Solche Optionen auszuloten, ihre Anmutungen zu testen, sie zu variieren oder ggf. zu verwerfen obliegt dem (ernsthaften) „Spiel“ der Kunst, die einen neuen Umgang mit Möglichkeiten jenseits deren funktionalistischer Verkürzung eröffnet.

Prof. Dr. Christoph Hubig
Biografie:
Geboren 1952, Studium der Philosophie, Musikwissenschaft, Germanistik, Soziologie und Maschinenbau in Saarbrücken und an der TU Berlin, 1976 Promotion, 1983 Habilitation. Professuren für Praktische Philosophie/Technikphilosophie in Berlin, Karlsruhe und Leipzig (Gründungsprofessur). 1997 bis 2009 Professor für Wissenschaftstheorie und Technikphilosophie an der Universität Stuttgart. Honorarprofessor an der University of Technology Dalian/China, u.a. Principal Investigator (Integrative Platform of Reflection and Evaluation) des Exzellenzclusters “Simulation Technology”. Seit 2010 Professor für Philosophie der wissenschaftlich-technischen Kultur an der TU Darmstadt. Sonderpreis der IGIP und Träger der Ehrenplakette des VDI.
Forschungsschwerpunkte: Technik- und Kulturphilosophie, Wissenschaftstheorie, Sozialphilosophie, anwendungsbezogene Ethik.
Ausgewählte Publikationen: Technik- und Wissenschaftsethik (2. Aufl. 1995), Technologische Kultur (1997), Mittel (2000); Die Kunst des Möglichen Bd. 1: Technikphilosophie als Reflexion der Medialität (2006), Bd. 2: Ethik der Technik als provisorische Moral (2007).

Buchpräsentation von Doreen Mende

Dienstag, 12. Oktober 2010, 19.30 Uhr
Doreen Mende präsentiert am Dienstag, dem 12. Oktober 2010, um 19.30 Uhr im Künstlerhaus Schloß Balmoral ihre soeben bei argobooks in Berlin erschienene Publikation Montrage: Projekte von Filipa César. Mit dieser Buchpräsentation beendet Doreen Mende ihr sechsmonatiges Kuratorenstipendium in Bad Ems. Im Jahr 2002 erhielt die Künstlerin Filipa César selbst ein Stipendium im Künstlerhaus Schloß Balmoral, zur Zeit ist sie Stipendiatin im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg.

Wir laden Sie ein zur Buchpräsentation ins Künstlerhaus Schloß Balmoral. Über Ihr Erscheinen freuen sich Dr. Danièle Perrier, Leiterin des Künstlerhaus Schloß Balmoral, Doreen Mende und Nora-Eugenie Gomringer, Direktorin des Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia, die Filipa César vorstellen wird.

Erinnerung, Politik und Sprache in Bezug auf Film sind zentrale Themen der cinematografischen Projekte der in Berlin lebenden portugiesischen Künstlerin Filipa César. Ähnlich wie ihre Filme verlässt sich jedoch auch das Projekt Montrage weder auf eine lineare Zeitlichkeit noch auf eine dialektische Organisation des Gezeigten, sondern Lesbarkeit entsteht in einem kristallinen Raum zwischen Bildern und Wörtern. Der Raum zwischen den Buchstaben und Bildern enthält mehr Realität als die Zeit, in denen man den Film sehen oder den Text lesen kann. Mit Texten von Galit Eilat, Colin MacCabe, Eglantina Monteiro, Helena Vilalta und einem Gespräch zwischen Filipa César und Doreen Mende.

Weitere Angaben unter Buchpräsentation am 12.10.10 um 19.30 Uhr

Ausstellungseröffnung Kunstpreis Balmoral

Sonntag, 17. Oktober 2010, 16 Uhr
Bei der Ausstellungseröffnung, die das Projekt Ein lebendiger Gartenzwerg in Bad Ems beschließt, wird der vom Förderverein Balmoral 03 e.V. zum Thema Provokation aus der Provinz verliehene Kunstpreis Balmoral an Kristofer Paetau vergeben.

Zeichnen und Malen im Künstlerhaus

Samstag, 16. Oktober 2010, 11-17 Uhr und
Sonntag, 17. Oktober 2010, 11-16 Uhr
Kunstinteressierte können einen lebendigen Gartenzwerg, gespielt vom kleinwüchsigen Schauspieler Josef Zeman, zeichnen und malen. Die besten Zeichnungen und Gemälde werden anschließend ausgestellt. Die Teilnahme ist kostenfrei, bitte bringen Sie das von Ihnen jeweils benötigte Material selbst mit. Anmeldung unter Tel.: 02603 9419-0.

Dieses Angebot ist Teil des Projekts Ein lebendiger Gartenzwerg in Bad Ems von Kristofer Paetau, dem am Sonntag, dem 17. Oktober um 16 Uhr vom Förderverein Balmoral 03 e.V. der in diesem Jahr zum Thema Provokation aus der Provinz ausgeschriebene Kunstpreis Balmoral verliehen wird.

Josef Zeman in der Rolle des Gartenzwergs. Foto: © Kristofer Paetau und Ondrej Brody (2010)

Aktion im öffentlichen Raum mit Kristofer Paetau

Montag, 11. Oktober bis Freitag, 15. Oktober 2010
Gemeinsam mit Kristofer Paetau, Empfänger des in diesem Jahr unter dem Titel Provokation aus der Provinz vom Förderverein Balmoral 03 e.V. verliehenen Kunstpreis Balmoral, und seinem Künstlerkollegen Ondrej Brody spaziert ein lebendiger Gartenzwerg, dargestellt vom Schauspieler Josef Zeman, durch Bad Ems. Im öffentlichen Raum und auch in privaten Gärten kann er von am Kunstprojekt interessierten Personen fotografiert werden. Sie können den Schauspieler und seine beiden Begleiter kostenlos bestellen und in ihrem Garten Fotos mit dem Gartenzwerg (und ihrer Familie) machen. Einfach bestellen unter Tel.: 02603 9419-0. Weitere Informationen finden Sie hier.


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