Non omnibus unum est quod placet.

Eine Fahne weht über einem Haus. Das Haus ist ein Schloss und alle Zwerge sind schon da.
Daniel Schürer hat während seines Aufenthaltsstipendium in Balmoral 2008 das Schloss sechs mal unter neue Fahne gesetzt. Unter anderem wurde es zum Kloster, zur Polizei, zur Schönheitsfarm Dr. Beineberg, zum Staatssitz. Ähnlich wie der Hotelier Lang das großbürgerliche Haus in der Villenpromenade 11 mit dem Label „Schloß“ versehen hat und damit einen beträchtlichen wirtschaftlichen Erfolg verzeichnen konnte, arbeitet auch Schürer immer wieder mit Labeln.
Für das Künstlerfest von Balmoral bestellt er das Mosteiro Schuerer (gegründet 2000 in Porto) zum Hauptverantwortlichen. Weder im klassischen Sinn konfessionell noch konventionell sucht dieses seit 10 Jahren mit unterschiedlichen Mitteln nach Formaten, die in der Regel der Abgeschlossenheit von Klosterbetrieben vorbehalten sind. Ein wichtiger Unterschied liegt allerdings innerhalb der Vorzeichen.
Die religiösen Grundlagen bekannter Klosterbetriebe werden gegen kulturell/künstlerische Gesichtspunkte ausgetauscht. Auf dem Gelände befinden sich fünf Pop-up-Zelte mit jeweils zwei Schlafmatten und zwei Schlafsäcken, die Pilgern und Gästen des Fests zur Verfügung stehen.
Für das Künstlerfest setzt Schürer eine neue Fahne auf das Haupt des Hauses: Non omnibus unum est quod placet. (Es gibt nichts, was allen gefällt.) Eine 5m x 3m große Deutschlandfahne, in die eine 1,5m x 1,5m große Rote Kreuz-Fahne eingesetzt wird. Die hohe Präsenz von Deutschlandfahnen zur Zeit der Weltmeisterschaft ist einkalkuliert, das politische Treiben in Europa mittels aktuellen Nachrichten nachvollziehbar, darüber hinaus setzt die Fahne ein Zeichen in eine unbekannte Welt. Unter der Fahne formiert sich im Park des Hauses eine Privatkapelle. Sie wird Mittels Dachlatten, Schnüren, Fäden und einem Leuchtkasten umrissen. Bruder Daniel wird darüber hinaus mehrere Brote backen, die einerseits einen bescheidenen Willkommensgruß darstellen, andererseits die nonverbale Einführung darstellen.


Druckbare Version